Türchen 21. – Der etwas andere Adventskalender: Karnickel im Haus

Nachdem mein letztes Türchen sich doch irgendwie auch ums Nähen gedreht hat, mag ich euch an diesem Mittwoch im Türchen Nr. 17 ein bisschen was über (unsere) Kaninchen erzählen. Denn viele haben sicherlich ein ganz anderes Bild von einem Leben mit ihnen.

Unsere beiden Langohren kommen aus dem Tierheim. Banja, eine kleine Widderdame, wurde auf der Straße mitten in der Stadt gefunden und kam ins Tierheim. Als Roman und ich uns dort nach einem Karnickel umsahen, war es Liebe auf den ersten Blick. Es gab viele süße Kaninchen dort, jüngere, flauschigere, buntere, aber die kleine Banja sah mich an und ich wusste irgendwie, dass sie zu uns gehört. Santana, ein Stallkaninchen, haben wir ebenfalls aus diesem Tierheim geholt, als wir auf der Suche nach einem neuen Gefährten für Banja waren. Eigentlich hatten wir an einen Kerl in ihrer Größe gedacht, aber auch in seinem Fall sprang der Funke einfach sofort über, Größe hin oder her. (Santana wurde übrigens an einer Tankstelle aufgefunden, ausgesetzt in einem Käfig!)

Wie das Leben mit zwei Kaninchen so ist? Wundervoll! Lerhreich! Bereichernd! Und das alles ohne Käfig. Denn Kaninchen brauchen Platz. Und zwar wesentlich mehr als diese kleinen Käfige bieten. Mindestens 4 qm² werden für zwei Paar Ohren empfohlen + Freilauf. Wir hatten anfangs ein Gehege in unser Schlafzimmer integriert. Schnell lernten wir, dass das mit dem Absperren gar nicht so leicht war. Ein Teil der Absperrung war das Kopfende unseres Bettes. Eines nachts träumte ich von einem unerwarteten Schlag in den Magen und schreckte dadurch aus dem Schlaf. Als ich neben mir eine schnüffelnde Nase und neugierig schauende Augen sah, wusste ich, wer mir diesen Schlag verpasst hatte. Und ich konnte nicht einmal böse sein, war doch das Fellknäuel so verschmust und glücklich bei mir zu sein.

Als Banja damals bei uns eingezogen ist, wusste sie nicht gleich, dass sie auf uns im Bett Rücksicht nehmen muss (im Gegensatz zu anderen Karnickeln). Sie ist gerne mal durch das Bett gesprintet und dabei einmal voll durch Romans Gesicht gesaust. Überhaupt nicht lustig. Zum Glück hat sie seine Augen dabei nicht verletzt. Sie hat erfreulicherweise schnell gelernt, dass auch wir Gefühle haben und es ist nicht wieder vorgekommen.

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Mittlerweile sind Schlafzimmer und Flur immer offen, die Tapete in Kaninchen-Reichweite geschützt. Und wer jetzt an Köttel überall denkt, wird enttäuscht sein. Kaninchen können stubenrein werden bzw. viele bekommen das sogar ganz alleine hin. Es gibt also einfach wie bei Katzen Katzenklos mit Streu und gut ist. Kaninchen sind erfreulicherweise auch sehr dezent im Geruch. Hm, ansonsten ist das Leben mit Kaninchen statt Katzen nicht sooooo viel anders. 😉 Unsere Zwei kommen abends zum Schmusen ins Bett, morgens wacht man oft mit dem Blick in schwarze Augen auf. Sie haben ein Regal erobert, schauen gerne mal aus dem Fenster, jagen sich, putzen sich, liegen gerne auf einem niedrigen Tisch, sie begleiten mich zur Küche und warten dort gierig auf eine neue Portion Futter und manchmal, wenn Monsieur verärgert ist, pinkelt er vor das Bett. Eben wie so manche Katzen auch. 😉

Bei uns gibt es rund um die Uhr Frischfutter. Durch Trockenfutter werden die Zähne nicht vernünftig abgenutzt und es verträgt sich so gar nicht mit der empfindlichen Verdauung von Kaninchen. Wenn die nicht richtig funktioniert, wird es gefährlich. Nickel verbergen meist, wenn es ihnen schlecht geht und wenn man es bemerkt, muss man schnell handeln. Auch damit haben wir schon Erfahrungen gemacht. Als Santana einmal krank war und wir ihn nach dem Arztbesuch wieder mit heim nahmen, verkroch er sich auf den, im Winter recht kühlen, Flur. Banja hat ihn immer wieder versucht zum Essen zu animieren und ihn getrietzt, dass er sich bewegt. Es war wirklich rührend! Wir haben uns wirklich große Sorgen gemacht und die Nacht mit den Kaninchen auf dem Flur verbracht. Ja, wir lieben unsere beiden wirklich sehr.

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Kaninchen können übrigens auch viel Unordnung anrichten und Blödsinn machen. Da wird dann mal das ganze Heu aus der Weidenrolle gegraben, damit der Große sich in die Röhre quetschen kann.

weidentunnel

Ja, Santana ist ein kleiner Heu-Junkie, der sich manchmal richtig darin vergräbt, während Banja lieber die Gegend ganz genau untersucht und für ihr Eigen erklärt. Da muss man echt aufpassen, dass man ihr nicht den Rück zukehrt. Sonst ist sie Schwups in der Stube und sitzt im Fenster.

Einmal hat Banja angefangen ein Nest zu bauen. Sie war wohl der Meinung, es sei der richtige Zeitpunkt fürs Kinderkriegen. Nur doof, wenn das gar nicht mehr geht … Naja. Das Nest ist auf jeden Fall sehr schön und flauschig gewesen, Madame dafür nackig an der Brust. >.< Santana war davon so begeistert, dass er gerne mit einziehen wollte. Leider war es nicht auf seine Größe ausgelegt und so hat ihr spontan beim Ausbau geholfen und die Hälfte umgegraben, bis er auch mit hinein gepasst hat. Banja fand das nicht ganz so amüsant. ^^‘

Was sie beide ganz besonders lieben, ist ihr großer Karton. In mühsamer Arbeit haben die beiden ihn beknabbert und – jetzt ganz ohne Scheiß – es irgendwie hinbekommen, dass die Öffnung wie ein Kaninchen aussieht. 😀 Künstlerisch begabte Kaninchen also.

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Ich schaue auf die Uhr und sehe, dass ich ganz dringend ins Bett muss. Ich verabschiede mich also von euch und hoffe, dass euch dieser kleine Einblick gefallen hat. Es gibt noch so viel mehr zu erzählen. Mit Kaninchen wird es einfach nie langweilig. Wer sich mehr über artgerechte Haltung informieren möchte, kann das super auf der Seite von der Kaninchenwiese -> HIER
Habt ihr auch tierische Freunde zuhause? Was stellen die so an? Erzählt doch mal, was ihr so schon erlebt habt mit ihnen! 😀

Weiter geht es morgen bei Carmen von Dade’s Zauber. Und wer die weiteren oder auch die vorherigen Türchen sehen möchte, darf jederzeit auf Facebook vorbeischauen. 🙂
Schlaft gut!

Verlinkt bei mmi, obwohl ich meine Langohren nicht nur mittwochs mag. 😉 Aber ich freue mich einfach, euch im Rahmen des Adventskalenders von ihnen mal was erzählen zu können. 😀

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2 Gedanken zu “Türchen 21. – Der etwas andere Adventskalender: Karnickel im Haus

  1. Einfach nur entzückend, dies Kaninchen-Story !
    Den Beiden geht es ja so richtig gut, das gefällt mir sehr.
    Als Tierliebhaberin( wir haben eine Hund ) bin ich sehr angetan von ihrem „freilaufendem“ Leben, keine engen Käfige, Platt zu spielen, toben und kuscheln, so schön!
    und der künstlerisch abgeknabberte Karton begeistert mich besonders 😉
    Entdeckt habe ich diesen Post bei „Mittwochs Mag Ich “
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das Kompliment, du Liebe! Ja, unsere zwei sind unser Ein-und-Alles. 🙂 Ich hoffe ja, dass wir in naher Zukunft endlich in eine Wohnung mit eigenem Garten ziehen können, damit die beiden auch mal richtig über die Wiese flitzen können. Das wäre so mein Traum. ^^‘
      Dir, deiner Familie und eurem Hund wünsche ich etwas verspätet ein frohes und glückliches Neues Jahr!

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