Türchen 16. – Der etwas andere Adventskalender: Die „anderen Bilder“

Der etwas andere Adventskalender. Kennt ihr ihn? Maria von Rock ’n Top hat ihn letztes Jahr ins Leben gerufen. Es ist ein Adventskalender ohne Gewinnspiele, denn davon gibt es jedes Jahr genug. Es geht vielmehr darum, dass keiner verlieren kann. Also beinhaltet der Kalender Tutorials, Rezepte, einen Blick hinter die Kulisse, Dinge, die uns ab vom Nähen wichtig sind, Geschichten und einfach das, was wir euch sagen oder zeigen möchten.

Obwohl ich erst nicht wusste, was ich beitragen sollte, habe ich mich Ende November doch überwunden und zugesagt, einen Beitrag zu schreiben. Ich habe wie viele andere auch elendig lange gegrübelt, was ich zu bieten hätte, was euch auch einen längeren Beitrag lesen lassen würde.

Und jetzt bin ich ganz aufgeregt und freue mich. Denn ich habe mich entschlossen, euch an diesem Freutag einen Blick in meine gut gehüteten Fail-Fotos zu gewähren! DöDöDÖÖÖÖÖÖ!

Immer wenn ich etwas Neues genäht habe (nagut, nicht immer, aber meistens), werden davon Fotos gemacht. Denn natürlich möchte ich schöne Fotos von dem zeigen, was ich mit Liebe und Herzblut nähe. Und vor allem wenn ich Probe- oder Designnähen darf, sollen die Schnitte natürlich toll präsentiert und in Szene gesetzt werden. In der Regel bekommt ihr also die schönen Bilder von fertigen und für gut genug befundenen Arbeiten zu sehen. Ich bin noch weit entfernt von Perfektion und nicht immer bin ich mit den Bildern zufrieden. Diejenigen unter euch, die auch Fotos für ihre Seiten machen kennen das. Da ist man unzufrieden und fragt sich, wie DIESE Bilder bloß entstehen konnten. Peinlich, peinlich. Heute möchte ich euch allen mal „die anderen“ Bilder zeigen. Bilder, die wunderschön gewesen wären, hätte man die richigen Einstellungen verwendet, Bilder vom Passformcheck, matschiges Irgendwas, Gesichtsverzerrungen, alberne, strauchelnde oder einfach schlecht geposte, sonst gut versteckte Überreste von Fotoshootings.

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Und bitte: Lacht, grinst, schmunzelt, weitet die Augen, zieht die Brauen hoch und fragt euch, was ich da bloß mache! Ich selbst habe großen Spaß an den Bildern, einfach weil sie so seltsam und bedeppert aussehen.

Im Herbst letzten Jahres durfte ich das erste Mal Probenähen. Und ich hatte mir besonders viel Mühe beim Posen gegeben. Gar nicht so leicht, plötzlich das Kleidungsstück in den Vordergrund zu stellen, das Licht zu nutzen und alles. Ich war schon ziemlich aufgeregt und deshalb hatten wir einen nicht ganz so im Publikumsverkehr liegenden Ort für die ersten Bilder gesucht. Auch wenn ich vorher schon ein paar Cosplaybilder gemacht hatte, viel mir das Posen im ersten Moment gar nicht so leicht. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, strauchelte, das Licht war doof. In einem Kostüm war ich immer automatisch in eine Rolle geschlüpft, habe mich entsprechend zurecht gemacht, mit Accessoires und Posenbildern im Kopf vorbereitet. Klar, mit einem kleinen Cosplayherz habe ich gleich von Anfang an mir eine Art Bühnenbild ausgemalt, mir genau überlegt, welche Schuhe, welche anderen Kleidungsstücke dazu angezogen werden sollten und auch über MakeUp und Haare nachgedacht. Aber die Rolle war plötzlich kein fertiger Charakter mit Standard-Moves, sondern ich. Ich musste also herausfinden, welchen Teil meiner Persönlichkeit das getragene Werk unterstrich, hervorhob oder zurückdrängte. Und mit einem Mal wurde es leichter.

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In den meisten Fällen sind meine Posen jedoch durchbrochen von Albernheiten. Das sind die Momente, in denen ich gerade nicht mehr weiter weiß und mein Gehirn automatisch eine Lockerungsübung zu machen scheint. Dabei entstehen sehr … interessante Posen und Gesichtsausdrücke. Jap. Seeeehr sexy. 😉 Aber es hilft mir. Ich werde locker. Es ist wie bei einer Schreibblockade, die man durch das bloße darauf los schreiben lösen kann. Einfach die Worte sprudeln lassen, auch wenn zunächst ein Haiku über Broccoli und Marmelade entsteht. Und nicht selten sind gerade dabei Bilder entstanden, die mir besonders gut gefallen. Das bin eben ich: Albern, seltsam, lachend und manchmal etwas ungelenk.

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In manchen Fällen sehen die Posen leider üüüüberhaupt und gar nicht (nicht mal annähernd) so aus, wie man es sich vorstellt. Man glaubt eine Idee zu haben und wenn man hinterher die Bilder davon sieht: ENTSETZEN! Das sind die Augenblicke, in denen ich Roman (den komischen Typen hinter der Kamera, der mich immer wieder zu den zuvor genannten Gesichtsentgleisungen und Schwankungen verleitet) am liebsten auf den Hinterkopf klatschen mag. Warum in aller Welt hat er denn keinen Ton beim Fotografieren gesagt? Diese miesen Bilder hätte man sich ja nun wirklich sparen können. Dann grinst er mich an, fast schon unschuldig. „Ich wusste ja nicht, was du damit bezwecken wolltest. Außerdem sah es lustig aus.“ Na danke vielmals! 😛

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Etwas weniger bemüht bin ich logischerweise bei Passformcheck- und Zwischenstandbildern. Da die Bilder sonst niemandem gezeigt werden, außer in der Gruppe, sehe ich da immer besonders anziehend aus. Die Haare aus dem Gesicht geklemmt, verstrubbelt, ungeschminkt, in Schlafanzug- oder Jogginghose und im Hintergrund das möglichst versteckte chaotische Studentenbutzenleben. Nein, diese Bilder will man nun wirklich nicht sehen. Zu groß und labberig das eine Teil (es war aber auch ein beschissener Stoff), die Hose noch mit Stecknadeln (bloß aufpassen) und groben Steppnähten zusammengehalten, das Kleid noch viel zu weit im Rockteil, dafür passt das andere Oberteil schon ganz gut. Sagt zumindest der Blick in den Badezimmerspiegel. Dass das andere eher nach Schlafanzug aussieht, lassen wir mal außer Acht.

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Tja, und dann sind da noch die Bilder, bei denen man sich am Ende ganz besonders ärgert. Die Pose toll, aber viel zu dunkel, dass selbst ein wenig aufhellen nix bringt, gnadenlos zu hell, dass das Gesicht mit dem Himmel verschmilzt oder einfach sooo unscharf. Das Paradebeispiel dafür sind „Mademoiselle Aurelie“ von Lilabrombeerwölkchen und „Lady Kunterbunt – Der Pulli“ von Wunschstöffchen und Nadelbruch. Warum? Wo soll ich anfangen? „Mademoiselle Aurelie“ ist ja noch gar nicht so alt, aber es war das böseste Wetter für alle, die drinnen keine Bilder machen können. Kalt, bewölkt, schnell dunkel und regnerisch. Erst nach zwei Shootingtagen an drei oder vier verschiedenen Orten hatte ich Bilder, die mir gefielen. Am ersten Tag war es einfach viel zu dunkel und die Kamera hat einfach nicht mitgespielt. Am zweiten kam dann zum Glück die Sonne heraus, wechselte sich aber fleißig mit dunklen Wolken ab. Auf vielen Bildern war ich dann plötzlich geblendet. „Lady Kunterbunts Pulli“ war aber noch schlimmer. Das war im Sommer und die meiste Zeit brannte die Sonne vom Himmel. Aber da, ein glücklicher Tag mir zarten Wolken. Jolly macht sich für das Shooting bereit. Plötzlich: Ein Sturm zieht auf, reißt unentwegt an meinem schicken Hut, schiebt das Kleid nach hinten zwischen meine Beine und weht mir meine Haare in die Augen. Natürlich war dann auch gleich das Licht mies und wir brachen das Shooting ab. Am nächsten Tag war wieder Sonnenschein ohne Ende. So hell, dass die Kamera im Schatten nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte. Ich habe x mal die Einstellungen angepasst, verändert und trotzdem sind nur matschige und/oder zu dunkle Bilder herausgekommen. -.- Ich habe mich geärgert und geflucht wie ein Kesselflicker. Also gut. Neuer Tag, neues Glück und nun sponn die Kamera tatsächlich herum. Danke. Grrrrr. Da hat man so richtig Lust auf den vierten Versuch. Es war wieder bewölkter und etwas windig, aaaaaber am Ende hatte ich endlich (aus dem ersten und dem letzten Shooting) schöne Bilder. Waaaas ein Krampf das war!

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Zu guter Letzt? Auch wenn es nicht immer leicht ist und viel Zeit in Anspruch nehmen kann, schöne Fotos zu machen, macht es mir immer noch viel Spaß. Mittlerweile komme ich auch mit an uns vorbei fahrenden Menschen gut klar. Und freue mich irgendwie schon immer auf diese Aussetzerbilder von mir, über die ich mich dann mit Roman beömmel. Und da Roman hinter der Kamera immer fleißig mit albert, wenn ich damit vor der Kamera anfange, haben wir auch beide einfach wirklich großen Spaß und so manchen Lachflash. Eigentlich müsste ich das mal festhalten. Ich glaube, die Menschen, die uns dabei begegenen, denken manchmal (Roman sagt „meistens“) für etwas komisch. 😛 Ich hoffe, ihr konntet über meine gelungen-ungelungenen Bilder lachen oder zumindest schmunzeln und ich wünsche euch das nächste Mal vor der Kamera ganz viel Spaß, auch wenn nicht alle Bilder so aussehen, wie ihr euch das vorstellt. :-* Wie geht ihr mit solchen Bildern um? Werden sie beim Durchschauen gleich gelöscht? Und überhaupt: Ich würde mich wahnsinnig über Feedback zu meinem Artikel freuen. 😀

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P.S. Für mehr tolle Türchen schaut doch gern in der Gruppe vom „Etwas anderen Adventskalender“ vorbei: HIER.

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